Blog der Familie Holighaus

Herzlich Willkommen!

(Neuste Einträge in unser Tagebuch immer sofort in eurem Computer. Wie das geht, erfahrt ihr hier.)

Ach ja... und aktuelle Bilder gibts immer mal wieder hier.

Mittwoch, 19. Mai 2010

Vor 20 Jahren

Ich sehe noch genau die Demonstranten vor mir, die um einen brennenden umgestürzten Lastwagen jubeln. In Kathmandu war Ausgangssperre verhängt worden, weil die Kommunisten für Revolten im Land sorgten. Und ich war mitten drin. Ich war zu einem Kurzzeiteinsatz mit OM für vier Wochen im Land. Am letzten Tag spitzte sich die Lage zu. Überall Demonstrationen und Strassensperren. Ausserdem wurde jedes Auto mit Steinen beworfen. Wir versuchten uns mit einem Minibus zum Flughafen durchzuschlagen, der glücklicherweise noch nicht geschlossen war.
Die Strasse vor uns war also blockiert. Wir fuhren langsam heran und eine Missionarin stieg aus, lief in die Richtung der Demonstranten um zu erkunden, ob eine Durchfahrt zum Flughafen möglich sei. Als die Missionarin 30 Meter vor dem Minibus war, schwenkte der Mob genau auf uns zu. In Panik drehte unser Fahrer mitten auf der Strasse um. Er fuhr los und gerade noch sprang die Missionarin in die offene Tür des Minibuses. Durch kleine Gassen und Schlupfwinkel erreichten wir schließlich den Flughafen.
Erleichtert saß ich wenige Stunden später in der Maschine, die mich ausser Landes brachte. "Danke Jesus!"
20 Jahre später gehen meine Erinnerungen unfreiwillig wieder zurück an jenen Tag im März 1990.
Psalm 37,3

Montag, 17. Mai 2010

Kinder im Schlachtfeld

Gemeindeglieder einer Gemeinde in der Innenstadt Bangkoks wohnen
direkt in der Kampfzone. Als der Bereich wegen den Kämpfen abgeriegelt
wurde, waren die Eltern auf der Arbeit und die Kinder Zuhause. Nun
sind die Kinder noch immer in der Wohnung allein, da die Eltern
während den zum Teil heftigen Kämpfen daran gehindert werden, in ihre
Wohnung zurückzukehren. Bitte betet für Bewahrung der ganzen Familie.

Sonntag, 16. Mai 2010

Wie es uns geht?

... werden sich vielleicht manche von euch fragen. Uns geht es gut und
wir bekommen fast nichts von den Unruhen mit. Die Anfahrt zu unserer
Gemeinde ist blockiert und so wurde heute der Gottesdienst abgesagt.
Wie ich schon geschrieben habe, war das Land kurz vor einem Durchbruch
Richtung Frieden. Doch die Rothemden haben das Angebot der Regierung
nicht akzeptiert. Oder besser gesagt, ein Teil der Rothemden hat es
nicht akzeptiert, da die Rothemden gespalten sind.
Wir hoffen und beten, dass sich der Konflikt bald löst und Normalität
einkehren kann.
Wir beten aber auch, dass Gott diese Situation nutzt um etwas Gutes
daraus zu machen; Für die Menschen und für das Land.

Donnerstag, 13. Mai 2010

Ist das der Anfang?

Schüsse und Explosionen wurden berichtet. Die Armee rückt vor und
bereitet sich gepanzerten Fahrzeugen darauf vor, die Proteste der
Rothemden aufzulösen.
Und gerade bekommen wir die Nachricht, dass ein einflussreicher Führer
der Rothemden von einem Scharfschützen gezielt in den Kopf geschossen
wurde. Nachdem die Regierung vor ca. einer Woche einen Friedensplan
vorlegte, atmeten viele auf. Frieden war greifbar nahe. Doch die
Rothemden sind in sich gespalten und nahmen in zähen Verhandlungen den
Friedenplan der Regierung nicht an.
Und nun stehen alle Zeichen auf Konfrontation. Die Armee hat die
betroffenen Strassenzüge abgeriegelt. Viele unserer Freunde, die in
dem betroffenen Gebiet wohnen, haben ihre Wohnungen verlassen. Auch
Strom und Wasser soll abgestellt und Handysignale gestört werden. Nur
Gott weiß, was die kommenden Stunden mit sich bringen...

Mittwoch, 12. Mai 2010

Abschied

Gerade haben wir vernommen, dass meine geliebte Großmutter gestorben ist. Sie steht nun vor Jesus, unserm wunderbaren Herrn. Sie hat Ihm zu Lebzeiten nachfolgen dürfen und ihre Hoffnung und Freude in Ihm gefunden. Er hat ihr Leben reich gemacht, auch wenn ihr Leben manchmal nicht leicht war. 84 ist sie geworden. Die letzten Tage waren für sie eine Qual.
An vielen wunderschönen Kindheitserinnerungen darf ich mich festhalten: Die gemeinsame Zeit auf dem Kartoffelacker oder die Scheune voller Stroh zum Toben. Ihr Winken hinterm Fenster zum Abschied nach einem Sonntagnachmittagsbesuch und ihr Lachen über die "Dummheiten" ihrer Urenkel. Das Zusammensein mit ihr war immer ein Höhepunkt.
Oma Gerda, wir werden dich wieder sehen! Darauf freuen wir uns!

Rekordhitze

Es ist unglaublich heiss! Bei Temperaturen von fast 40 Grad schwitzen
wir wie noch nie zuvor in unseren 11 Jahren Thailand. Die täglichen
Hausaufgaben der Kinder werden nur mit viel Unlust und Mühe beendet.
Besorgungen in der Stadt haben wir erstmal verschoben und Raphaela in
ihrer Schwangerschaft kann es kaum erwarten, bis diese Hitzewelle
vorbei ist. Diese Situation zehrt sehr an unseren Kräften.
Wir sind gespannt, wie lange die ersehnte Regenzeit in diesem Jahr auf
sich warten lässt...

Holighausens in Bangkok 2008

Warum Mission?