Blog der Familie Holighaus

Herzlich Willkommen!

(Neuste Einträge in unser Tagebuch immer sofort in eurem Computer. Wie das geht, erfahrt ihr hier.)

Ach ja... und aktuelle Bilder gibts immer mal wieder hier.

Mittwoch, 30. November 2011

Wie nach einem Umzug

Heute habe ich angefangen, unser Haus zu reinigen. Ehrlich gesagt war ich etwas entmutigt, als ich heute morgen das erste Mal ins Haus kam. Es war eine unglaubliche Sauerei! So gab es also viel zu tun...

Um so dankbarer war ich für die Hilfe einiger Thai Angestellten des OMF Gästehauses. Sie haben kräftig mit angepackt und innerhalb einiger Stunden war der grobe Dreck weg. Dazu hätte ich vermutlich Tage gebraucht. Nun fehlt noch die Feinarbeit, um den restlichen Schimmel so zu beseitigen, dass er nicht mehr wiederkommt. Dazu müssen Schränke und Gardinen gewaschen und nicht zuletzt alle Dinge wieder verstaut werden. Letzteres ist vermutlich nicht so einfach, weil einige Schränke der Flut zum Opfer gefallen sind. So brauchen wir wahrscheinlich ein oder zwei neue Möbelstücke, bis unser ganzes Zeug wieder einen Platz gefunden hat. 

Dienstag, 29. November 2011

Von Spagetthi und lila Wänden

Seit zwei Tagen sind wir nun wieder in Bangkok. Allerdings 30 km entfernt von unserem Haus. Das Appartment, wo wir wohnen können, ist Gott sei Dank! nicht so weit von der provisorischen Schule der Jungs entfernt. Lila Wände und Türen ist nicht gerade unser Stil, aber wir sind trotzdem sehr sehr dankbar dafür! Hier haben wir mehr oder weniger alles was wir im Moment brauchen. Allerdings war ich gestern erstmal eine Weile unterwegs, um einen Kochlöffel zu kaufen. Es sollte Spaghetti mit Hackfleischsoße geben. 
Zwei Schultage in der vorrübergehenden Schule haben Simon und Joel nun schon hinter sich. Da die Räumlichkeiten sehr beengt sind und einige Lehrer wegen den Überschwemmungen das Land verlassen haben, leisten die übrigen Lehrer Schwerstarbeit. Aber es ist beachtlich, wie sich die Schule trotz limitierten Mitteln ins Zeug gelegt hat, um die Kinder in einer guten Art und Weise zu unterrichten. Alle Achtung! Wir sind ausserdem froh, dass die Klassenlehrer von Joel und Simon noch da sind. Frau Alexander, Joels Klassenlehrerin geht übrigens auch in unseren Hauskreis (wenn der mal wieder statt findet nach der Flut)
So werden wir nun in dieser Umgebung bis zu den Weihnachtsferien bleiben. Erst dann werden wir versuchen, zurück in unser Haus zu ziehen. Wow! Das wären dann 9 Wochen im Exil! Als das Wasser immer näher Richtung Bangkok kam, hätten wir nicht gedacht, dass es so lange dauert.
Morgen werde ich nochmal ins Überschwemmungsgebiet fahren. Mit unserem Auto ist das noch nicht möglich (das Wasser ist noch zu hoch), aber ein Kollege will mich mit dem OMF Pick-up an der "Schiffsanlegestelle" abholen. Das geht angeblich. Bin gespannt. Ich werde versuchen, die zerstörten Möbel aus dem Haus zu räumen und noch einige Gespräche im Büro haben.

Sonntag, 27. November 2011

Wieder in Bangkok, aber...

...noch immer nicht in unserem Haus. Ein Bekannte hat uns kurzfristig eine Wohnung in der Innenstadt zur Verfügung gestellt. Von hier aus können wir die Kinder in eine andere Schule in der Nähe schicken (wo unsere Schule vorrübergehend hin umgezogen ist) und einfacher die Aufräumarbeiten Zuhause in Angriff nehmen.
Hier werden wir vermutlich nochmal 3 Wochen bleiben (bis zu den Weihnachtsferien).

Montag, 21. November 2011

Die sechste Woche

Unglaublich. Mittlerweile hat die sechste Woche im "Exil" begonnen. Seit Mitte Oktober können wir schon nicht mehr in unser Haus zurück.
Immerhin ist das Wasser weiterhin gesunken. So dürfte unser Haus mittlerweile trocken sein. Nun bleibt die grosse Aufgabe des Saubermachens... Ende der Woche fahre ich nochmal nach Bangkok und fange damit an. Leider war das Wasser im Haus sehr schmierig und es hat sich mittlerweile überall Schimmel gebildet. So möchten wir auf jeden Fall warten bis das Haus gut gesäubert und gelüftet ist, bevor wir mit den Kindern wieder einziehen können.
Ausserdem steht das Wasser in der Gegend nach wie vor recht hoch, so dass es immer noch unmöglich ist, mit dem Auto hineinzufahren. Die Schwierigkeit ist nur, dass es zunehmend schwieriger wird mit dem Boot. Oft läuft das Boot auf Grund, so dass man durch das Wasser wahten muss...

Donnerstag, 17. November 2011

Dienstag, 15. November 2011

Abenteuer Bangkok

Verzweifelt schöpfen wir mit aufgeschnittenen kleinen Plastikflaschen Wasser aus unserem Boot. Wir sind auf dem Weg von unserem Wohngebiet zur improvisierten Bootsanlegestelle 2 Kilometer entfernt. Durch die hohen Wellen der anderen Boote kommt immer mehr stinkendes Flutwasser in unser schmales Longtail-Boot aus Blech. Der Bootsfahrer direkt hinter mir wird immer stiller und ich merke ihm seine Nervosität an. Ob wir es schaffen werden frage ich... "Ja ja!" versucht er mich zu beruhigen. 10 cm Wasser stehen schon im Boot und wir haben mit vier Erwachsenen und drei Koffern und Taschen eindeutig zu viel geladen. Gerade noch rechtzeitig kommt ein anderes Boot neben uns vorbei. Ein Erwachsener muss raus! Träge steigt der übergewichtige Jugendliche aus unserem Boot. Nur wiederwillig steht er in dem ein Meter tiefen Wasser. Bevor er aber in das andere Boot einsteigen kann, muss erst noch der Preis ausgehandelt werden. Man einigt sich auf 100 Baht (ca. 2,50 Euro) und endlich kann es weitergehen. Erleichtert erreiche ich 15 Minuten später das "rettende" Ufer und kann endlich meine Reise nach Südthailand zurück zu Raphaela und den Kindern antreten.
Ein Woche lang war ich im Überschwemmungsgebiet. Leider steht unser Haus und das Büro der ÜMG mittendrin. 30 cm schmierige Brühe standen zum Schluss in unserem Haus. Das meiste konnten wir rechtzeitig hochstellen. Trotzdem sind einige Möbelstücke zerstört worden. Wir sind Gott sehr dankbar, dass das Wasser 30 Zentimeter vor der Türschwelle des Büros aufgehört hat zu steigen!
Wir sind gespannt wie lange es noch dauert, bis wir endlich wieder nach Hause und mit den Aufräum- und Reinigungsarbeiten beginnen können.
Bilder gibts wie immer hier: https://picasaweb.google.com/holighaus.

Freitag, 11. November 2011

Unser Haus und Umgebung in Bildern


Seit Wochen war ich nun das erste Mal wieder in unserm Haus. Hier einige Bilder und Videoclips...

Mitten drin

Das rote X zeigt die Lage unseres Hauses... Nicht sehr ermutigend, wenn man bedenkt, dass alles Wasser (blau im Bild) noch Richtung Süden ins Meer fließen muss.

Ausmass der Flut 11.11.2011 (Klick zum Vergrössern)

Noch immer ist die Nachrichtenlage sehr chaotisch. Eine Tageszeitung schreibt sehr positiv, die andere Zeitung einen Tag später extrem pessimistisch und sagt, dass die größte Flutwelle aus Zentralthailand noch Richtung Bangkok kommt.
Für heute orientiere ich mich mal an der Nachricht der "Bangkok Post", dass wenn das Wasser in irgendeinem Überschwemmungsgebiet stabil ist oder schon etwas gesunken ist, wird es wegen der nachlassenden Wassermenge nicht mehr steigen. Bei uns geht es pro Tag einige Zentimeter runter. Na, das ist doch was!
So sind wir gestern bei einer Bootsfahrt zu unserem Haus auf Grund gelaufen :-) Dazu später mehr...

Dienstag, 8. November 2011

Ich bin mittlerweile gut angekommen in Bangkok. Nach einer zwanzigminütigen Bootsfahrt kam ich (fast) trockenen Fusses im Hauptquartier der OMF/ÜMG an.
Wir sind durch die engen Gassen gefahren, wo es sonst nur so von Leuten und Essensständen wimmelt. Alles ist ausgestorben, nur vereinzelt bahnen sich die Menschen einen Weg durch die Flut. Mit Booten, selbstgebauten Flössen oder einfach grossen Wasserkübeln sind die Leute unterwegs um nur die allernötigsten Besorgungen zu erledigen. Viele harren in ihren Häusern aus und warten auf Hilfe.
So haben auch meine OMF Kollegen heute hunderte Hilfspakete von ausserhalb nach Bangkok hinein gebracht. Diese werden im Moment an Bedürftige verteilt. Das ist gar nicht so einfach:
Aufgeregt kommt eine Thailänderin zu mir und ist ganz ausser sich. Wir sollen auf keinen Fall die politischen Leiter der Nachbarschaft die Güter alleine verteilen lassen! Die würden sich diese selbstsüchtig untern Nagel reissen! Da brauchen wir echt Weisheit und Gottes Führung! So fährt in jedem Boot einer von uns mit...

Verteilung von Lebensmitteln in der Umgebung

Bericht unseres Feldleiters

Hier nur kurz ein Link zu einem Überblick unseres Feldleiters bezüglich der Überschwemmungen.
http://www.omf.org/omf/deutschland/aktuell/thailand_offener_brief_des_feldleiters_4_11

Sonntag, 6. November 2011

Auf dem Weg nach Bangkok

Meine Mutter und ich machen uns gleich auf den Weg nach Bangkok. Nach gut drei Wochen geht die Zeit für meine Mutter hier in Thailand wieder zu Ende. Obwohl ihr Aufenthalt wegen der Flut total anders als geplant verlief, war es eine grosse Hilfe, dass sie gerade jetzt da war!
Einen Tag früher als geplant gehen wir heute schon zurück. Die Wassermassen, die sich Richtung Meer drücken, drohen die einzige Zufahrtsstrasse zum Süden abzuschneiden. Morgen ist der Weg vermutlich schon überschwemmt.
So werden wir noch eine Nacht im Hotel verbringen.

In der Zwischenzeit habe ich einen weiteren Schulungskurs absagen müssen. Einige Kollegen mussten deshalb ihre Flüge nach Bangkok absagen. Der 10-tägige Workshop hätte am 15.11. beginnen sollen. Aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass bis dahin wieder Normalität eingekehrt ist.
Ich bleibe nun erst einmal einige Tage in Bangkok, um unser Team dort zu unterstützen. So wird das Boot mein Hauptfortbewegungsmittel sein.

Donnerstag, 3. November 2011

Unsere Mitarbeiter

Die meisten unsere einheimischen Mitarbeiter vom Gästehaus und Büro der OMF/ÜMG sind "ausgeflogen". Überall im Land verstreut warten sie, bis sich die Lage wieder normalisiert. Die meisten sind bei Freunden oder Verwandten untergekommen. Andere allerdings sind immer noch in ihren überschwemmten Häusern. Sie weigern sich zum Teil zu gehen, weil sie Plünderungen ihrer Häuser fürchten. So ist ein Mitarbeiter ganz alleine in seinem Haus. Langsam geht ihm das Wasser und die Nahrungsmittel aus. So versuchen wir nun, ihn mit dem Boot zu erreichen und zu versorgen. Eine andere Mitarbeiterin, die sowieso alleine in ihrem Haus lebt, können wir nicht erreichen. Sie keinen Strom mehr und wir wissen nicht wie es ihr geht. Während ich diese Zeilen schreibe sind unsere Kollegen mit dem Boot auf dem Weg zu ihr. Ich hoffe, sie kommen durch...
Das Wasser ist übrigens nur 1 cm in den letzten 24 Stunden gestiegen. Aber noch keine Anzeichen auf Besserung in Sicht.
Und schon wieder wurden gestern Abend an 17! verschiedenen Stellen unserer Nachbarschaft Deiche mutwillig einrissen, um die Wassermassen gezielt von anderen Wohngebieten wegzuleiten. Die ganze Nacht wurde fieberhaft gearbeitet und die Deiche wieder geflickt. Das ist mit ein Grund, weshalb unser Haus nun überflutet ist. Ob es nun noch höher steigt?

Mittwoch, 2. November 2011

Harrow unter Wasser

Harrow International School - Vom Fussballfeld ist nur noch ein See übrig.
Deshalb werden unsere Jungs im Moment per Internet mit Schulaufgaben versorgt.


Wasser im Haus

Letztendlich hat es doch nicht gereicht... Ca. 30 cm Wasser steht mittlerweile in unserem Haus. Zum Büro der OMF fehlen noch 20 cm.
Nach dreiwöchigem Hoffen und Bangen haben wir nun wenigstens Klarheit. Immerhin hat es sich gelohnt, die meisten Sachen hochzustellen. Nun bleibt nur zu hoffen, dass das Wasser bald wieder zurückgeht. Je länger es steht, desto eher gehen die schweren Möbel kaputt, die wir nicht höherstellen konnten.
Wir wollen uns nicht beschweren, denn es geht uns den Umständen entsprechend gut. Wir sind hier in Prajuab gut aufgehoben, aber die ganze Situation schwebt wie eine dunkle Wolke über uns allen hier.
Einige der Kollegen hier haben über einen Meter Wasser im Haus. Und das wird vermutlich noch eine Weile stehen.
Es tut gut, als Kollegen uns täglich zum Gebet treffen. Denn wir möchten uns auf Dinge konzentrieren, die Ewigkeitswert haben und nicht auf irdische Dinge, die sowieso vergänglich sind.

Dienstag, 1. November 2011

OMF in der Zeitung

OMF war in der Zeitung :-) Dieser Schnappschuss entstand vor ein paar Tagen direkt an der Strasseneinfahrt zu unserem Hauptquartier.

(Foto: Bangkok Post, 30. November 2011)

Evakuieren?

Seitdem wütende Bewohner im benachbarten Stadtteil einen Deich eingerissen hatten (siehe voriger Blogeintrag), stieg das Wasser in unserem Stadtteil drastisch an. Eine Riesenmenge Wasser floss so in unsere Wohngegend. So könnte es sein, dass nachdem wir nun drei Wochen lang gebangt haben, letztendlich auch Wasser in unser Haus kommt.
Wegen dem hohen Wasserstand hat die Stadt das Elektrizitätswerk beauftragt, den Strom in unserer Gegend abzustellen. Noch habe ich keine Bestätigung von unseren Kollegen erhalten. Sollte aber dieser Fall eintreffen, dann stehen wir vor der Frage, ob wir das Büro und Gästehaus der OMF/ÜMG vollständig evakuieren müssen. Bisher haben wir noch ca. fünf Kollegen auf dem Gelände plus einige Einheimische aus der Nachbarschaft aufgenommen. Dazu gehört ein schwerkranker alter Mann, ein Neugeborenes mit Mutter, ein blindes Mädchen mit Anhang und die Familie einer unserer Angestellten.

Holighausens in Bangkok 2008

Warum Mission?